„Flüchtlinge@Work“

Großes Interesse an Veranstaltung „Flüchtlinge@Work“ des Fürstenberg Instituts

Großes Interesse an Veranstaltung „Flüchtlinge@Work“ des Fürstenberg Instituts
Gut 60 interessierte Unternehmen kamen am Donnerstag, den 21.04.2016 in das Fürstenberg Institut in Hamburg, um sich ganz konkret über Möglichkeiten der Integration von Zuwanderern in Beschäftigung zu informieren.

HAMBURG. Die Bereitschaft von Unternehmen, Flüchtlinge zu beschäftigen, ist groß. Ebenso groß ist auch der Informationsbedarf. Hier setzt das Fürstenberg Institut an. Auf der Informationsveranstaltung „Flüchtlinge@Work – So geht’s ganz konkret“ ließen sich Interessierte aus unterschiedlichsten Branchen wie Logistik, Finanzen oder Einzelhandel von Umsetzungsexperten und Erfahrungsberichten aus der Praxis informieren und inspirieren. Vertreter etablierter Integrationsprojekte sowie Unternehmer, die den Schritt der Beschäftigung von Zuwanderern bereits erfolgreich getan haben, zeigten ganz konkrete Wege auf, wie die betriebliche Integration von Flüchtlingen umgesetzt und unterstützt werden kann.

„Wenn wir den Menschen eine Möglichkeit geben können, hier zu arbeiten und selbst für sich zu sorgen, haben wir eine Menge erreicht“, betont Dr. Friederike Föcking von W.I.R. – work and integration for refugees, in ihrem Beitrag.

Yukiko E. Kobayashi von ImpactDOCK Hamburg benennt drei Erfolgsfaktoren, die für eine nachhaltige Integration von Zuwanderern entscheidend sind und die sie im Rahmen ihres Cross-Mentoring-Programms in Hamburger Unternehmen wirkungsvoll umsetzt: 1. langfristig angelegte 1:1-Kontakte zwischen qualifizierten Zuwanderern und Key-Playern in Unternehmen, 2. WIN-WIN-Situation: das Unternehmen profitiert, in dem sich der Mentee mit seinem fachlichen, kulturellen oder persönlichen Hintergrund zu einer business-relevanten Fragestellung einbringt, der Mentee entwickelt sich sehr schnell „on-the-job“ und wächst in die Unternehmenskultur hinein, 3. der Mentee erfährt menschliche und professionelle Wertschätzung, die wiederum seine Leistungsbereitschaft, sein Commitment und seine Zukunftsorientierung stärkt. „Unser Ziel ist, die Potenziale der Zuwanderer sichtbar, erfahrbar und nutzbar zu machen. […] Mit wenig Aufwand kann hier eine große Wirkung erzielt werden“, so Frau Kobayashi.

Die Handelskammer Hamburg, vertreten durch Stephanie Anders, Integrierter Ausbildungsservice (INTAS), und Fin Mohaupt, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Aus- und Weiterbildungsberatung, engagiert sich durch ganz gezielte Unterstützungsangebote für Betriebe zur Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen. Sie fordern die Unternehmen konkret auf, diese Chance zu nutzen.

Im Podiumsgespräch zum Thema „Worauf es ankommt, damit Integration in Arbeit gelingt“ mit Reinhild Fürstenberg, Geschäftsführerin des Fürstenberg Instituts, Sibilla Pavenstedt von LibertA, dem neuen Integrationsprojekt nach acht Jahren Made auf Veddel, Niels Pirck, 1. Sprecher der Wirtschaftsjunioren und Regionalleiter Hamburger Sparkasse, und Sakib Mehanovic, Projektleiter Hapag Helps der Hapag-Lloyd AG wurden sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt diskutiert. Laut Mehanovic sind viele Flüchtlinge hoch qualifiziert, dürfen hier aber nicht arbeiten. „Wir müssen uns die Frage stellen: Welche Erwartungen haben wir an die Flüchtlinge und welche Erwartungen haben sie an uns?“ Ganz wichtig dabei, „Wir müssen Vertrauen zueinander aufbauen“, so Sakib Mehanovic weiter. Im Hinblick auf die Chancen und Potenziale der Integration sowie die Lerneffekte betont Sibilla Pavenstedt „Zuwanderer können sehr gut mit Problemen umgehen. Sie begreifen Probleme schnell und arbeiten lösungsorientiert – von dieser Eigenschaft können wir Deutschen profitieren.“

Oftmals ist die Sprache eine große Hürde für Unternehmen, die Beschäftigung von Zuwanderern zu realisieren. Doch laut Dr. Friederike Föcking spicht kaum ein Flüchtling nur (s)eine Sprache und zudem gibt es mittlerweile auch hier innovative Lösungen: Als Integrationshilfe geben Daniel Berkenheide, Tobias Sobkowiak und Duc Pham Trung von Llugha e. V. Flüchtlingen eine Stimme – mit ihrer Sprach-App zum Deutschlernen. Damit dies funktioniert, wollen sie insbesondere Flüchtlinge von der App in Kenntnis setzen.

Zwei ganz wesentliche Aspekte, wurden von allen Referenten im Rahmen der Veranstaltung bekräftigt: Zum einen der Aufruf an Unternehmen, den Mut zu haben, die Beschäftigung von Zuwanderern anzugehen, ohne sich von möglichen Hürden bremsen zu lassen – also „einfach loszugehen“. Zum anderen Geduld aufzubringen, offen für Neues zu sein und das eigene Tun zu überdenken. Denn die Einarbeitung und Beschäftigung von Flüchtlingen wird an vielerlei Stellen mehr Zeit in Anspruch nehmen als gewohnt, aber dafür erlangen Betriebe interessante neue Erfahrungen und Impulse – unabdingbare Faktoren für Entwicklung und Fortschritt.

Reinhild Fürstenberg, abschließend zum Anlass und dem Ziel, das sie ganz konkret mit der Veranstaltungsreihe Flüchtlinge@Work verfolgt „Ich hoffe, dass wir möglichst bald zu dem Punkt gelangen, dass wir so wie jetzt hier nicht nur in einem Kreis von Menschen sitzen, die über Flüchtlinge reden, sondern gemeinsam mit Flüchtlingen und Unternehmen in den Austausch kommen und so Grundlagen für stabile Brücken der Zusammenarbeit und Integration bauen.“

Das Institut wird sich auch weiterhin für die Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt engagieren. Ein Austauschforum für Unternehmen, die Flüchtlingen beschäftigen, ist die nächste Aktion in Sachen Flüchtlinge@Work, die das Fürstenberg Institut plant.

Die Veranstaltung „Flüchtlinge@Work – So geht’s ganz konkret“ wurde mit freundlicher Unterstützung der folgenden Partner realisiert: BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V., Stiftung – CLUB OF HAMBURG, DIE FÜHRUNGSKRÄFTE e.V., Betriebssportverband Hamburg e. V.

Pressekontakt Kirsten Friedrich, +49 (0) 40 / 38 08 20-0, presse@fuerstenberg-institut.de
Fürstenberg Institut GmbH Gorch-Fock-Wall 3, 20354 Hamburg
www.fuerstenberg-institut.de