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Entgegen unseren Instinkten

Hilfe bei Sucht funktioniert anders 

Wenn Kollegen oder Führungskräfte den Eindruck haben, dass ein Mitarbeiter Probleme im Umgang mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln hat, versuchen sie meist, so zu helfen, wie sie auch bei anderen Problemen unterstützen: Sie nehmen Arbeit ab, sorgen für Entlastung, bringen Verständnis auf und suchen Erklärungen für hinter dem Suchtmittelkonsum liegende Probleme. Sie schützen, lassen die Person in Ruhe – in der Hoffnung, dass er oder sie dann weniger trinkt. Mitarbeiter mit Suchtproblemen werden oft über Jahre hinweg nicht auf ihren Konsum angesprochen. Auch deshalb, weil das Umfeld spürt, dass eine Ansprache vom Betroffenen unerwünscht ist – und der Konsum meistens verleugnet wird. 

All diese Versuche, dem Betroffenen zu helfen, folgen unserem inneren Hilfeverständnis: Wir wollen die Not des anderen lindern. Was bei jeder anderen Krankheit gut funktioniert, hilft bei Sucht trotz bester Absicht nicht – stattdessen führt es dazu, dass der Betroffene in Ruhe weiter konsumieren kann und verlängert damit den Krankheitsverlauf. Ein neues Hilfeverständnis ist nötig.

» Bei Sucht heißt Hilfe: Die Not verstärken! «

Dahinter steht die Erfahrung, dass Betroffene erst dann bereit sind, sich zu verändern, wenn ein persönlicher Tiefpunkt erreicht ist und der Leidensdruck höher ist als der Abhängigkeitsgewinn. Negative Konsequenzen wie eine Abmahnung zum Beispiel können für einen alkoholauffälligen Mitarbeiter eine große Hilfe sein – und ein erster Schritt, wieder in eine realistische Selbstwahrnehmung zu kommen. Nur wenn er erkennt, wie es um ihn steht, hat er die Chance, eine andere Richtung einzuschlagen und z. B. in eine Therapie zu gehen. Im Führungsalltag bedarf es dazu oft mehrerer abgestufter Gespräche, die in vielen Unternehmen in Betriebsvereinbarungen oder Leitlinien festgelegt sind.

Als Führungskraft sollten Sie Ihren Einfluss auf diese sog. „Krankheitseinsicht“ nicht unterschätzen. Oft bewirkt ein konsequentes Gespräch im Unternehmen mehr als jahrelange gut gemeinte Gespräche durch Familienangehörige.  



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