Veränderung als Chance

Veränderungskompetenz: Ein Muss im Arbeitsalltag!

Neue Möglichkeiten wahrnehmen, ungeahnte Potenziale entfalten und neugierig bleiben!

Es ist doch erstaunlich, wie häufig wir über Wandel und Veränderungen klagen, obgleich wir als Menschen von Natur aus Erfahrung damit haben. So wie sich jeder Tag von Minute zu Stunde ändert und das Jahr sich im Kreislauf der Jahreszeiten dreht, so sind auch unsere körperlichen und geistigen Entwicklungen in ständiger Bewegung. Vielen Veränderungen fiebern wir geradezu entgegen – der Volljährigkeit, dem neuen Job, dem Hochzeitstag... stolz, freudvoll und zufrieden sind wir, wenn der Wandel vollzogen ist.

 

Was macht nun den Unterschied zwischen positiv empfundener Weiterentwicklung und schmerzlich erlebtem Wandel aus? Unsere Einstellungen zu den Herausforderungen, unsere Erwartungen an unsere Bewältigungskompetenz und an das mögliche Ergebnis beeinflussen maßgeblich, ob wir ein Hindernis oder eine Chance wahrnehmen. Entsprechend unterschiedlich positionieren wir uns und tragen selbst dazu bei, dass unsere erlebte Wirklichkeit entsteht.

 

Mark Twain stellt so charmant fest: „Wir können die Welt ändern oder uns selbst. Das Zweite ist schwieriger.“ Aber leider meist unsere einzige greifbare Chance...

 

An welchen Hebelpunkten wir ansetzen können, hängt davon ab, in welcher Phase der Veränderung wir uns befinden. Jede Neusortierung folgt im Großen und Ganzen einem ähnlichen Ablauf, der sich mit einer Veränderungskurve beschreiben lässt: Während die erste Nachricht oft eine Art Schockzustand auslöst, der uns erstarren und erschrecken lässt, folgt meist Verleugnung des Umstands. Wir wollen nicht wahrhaben, was da auf uns zukommt. Dann wenden wir uns der Veränderung mit Vernunft und rationaler Einsicht zu, aber fast immer müssen sich auch noch die Gefühle umstellen und das Vergehende ausreichend betrauern. In diesem Tal der Tränen erscheint die Möglichkeit der Bewältigung dieser Veränderung weit entfernt und kaum möglich. Diese Phase erfordert Akzeptanz und manchmal auch einfach ausreichend Zeit, bis sich langsam und zart die ersten neuen Schritte ergeben, mit denen etwas Neues ausprobiert wird. Diese Experimente führen zu anderen Wahrnehmungen und Erkenntnissen, die sich langsam setzen und verbreitern. Schließlich kommt es zu einer neuen Positionierung und der Wandel wird ins Leben integriert. Diese Phasen laufen nicht immer idealtypisch ab und es kann durchaus zu Rückfällen kommen, sie bieten aber eine recht gute allgemeine Orientierung, um sich zurechtzufinden.

 

In Anbetracht dieser Kurve ist verständlich, warum nicht jeder Trost oder jede Chance sofort verstanden und ergriffen werden kann. Auch enge Paare und lockere Kollegien durchlaufen diese Phasen bei anstehenden Veränderungen in unterschiedlichen Tempi. Hilfreich ist, sich gegenseitig zu stützen, aber auch achtsam mit dem eigenen Zustand zu sein: Was brauche ich zurzeit? Wer ist jetzt ein hilfreicher Gesprächspartner? Soziale Unterstützung ist einer der wichtigsten Faktoren in Veränderungen, weil Mitmenschen als Kompass und Rückversicherung dienen. Bei wem kann ich mir etwas abgucken und welche Strategien wählen die anderen?

 

Veränderung scheint häufig alles Bekannte zu zerrütten. Sinnvoll ist ein genauer Blick: Was bleibt, wie es ist? Welche Verlässlichkeiten gibt es? Sinnvoll ist auch der Blick ins Große: Wie wird es in sechs Monaten oder zwei Jahren aussehen? Oder Sie blicken in die Vergangenheit: Welche Wandel habe ich schon erlebt und wie habe ich sie gemeistert? Sammeln Sie Ihre Erfahrungen als Erkenntnisperlen. Durch diese Perspektivwechsel schmilzt das gegenwärtige Erdbeben oft auf eine handhabbarere Größe.

 

Das Durcheinander, welches mit Neuerungen einhergeht, lässt sich durch die Strategie der kleinen Schritte eindämmen. Was werde ich heute tun? Was ist meine nächste Aufgabe? Was ist das kommende Teilziel? Mit wem feiere ich die Etappensiege?

 

Jeder lange Weg erfordert das Einteilen der eigenen Kräfte. Dazu gehört eine kluge Sortierung. Sich nicht an Unveränderlichkeiten abarbeiten, Verantwortungen richtig zuschreiben und natürlich Pausen einplanen, die mich mit neuer Energie versorgen. Dazu gehören so banale Dinge, wie ein erhöhter Schlaf- und Vitaminbedarf in Zeiten großen Stresses; aber auch Verabredungen für schöne Erlebnisse und positive Erfahrungen, die als Gegengewicht meine Balance erhalten.

 

Veränderungen lösen häufig Widerstand aus. Das deutliche Gefühl, einfach nicht zu wollen oder sich bzw. den Prozess zu torpedieren. Manchmal muss man sich einfach einen Ruck geben. Es lohnt sich aber auch, diesen Widerstand zu untersuchen: Worauf weist er mich hin? Was übersehe ich? Was ist wichtig und wurde noch nicht ausreichend gewürdigt? Oft ist der empfundene Unwille ein guter Hinweis auf Stolpersteine, die uns sonst später zum Verhängnis werden.

 

Unangenehmes lassen wir gern möglichst schnell hinter uns. Tempo scheint dann das Mittel der Wahl. Allerdings braucht jede Veränderung Zeit, damit sich neue Gewohnheiten bilden, neue Wege gebahnt werden können. Sinnvoll ist es, diese Übergänge deutlich und erlebbar zu machen, indem sie allein oder in Teams und Familien markiert werden. Dazu dienen Rituale, wie Abschiedsfeiern, Einstände und Symbole, die auch unseren Körpern und Gefühlen Bilder liefern, die greifbarer sind als neue Organigramme. In unserer schnellen Zeit verpassen wir oft den hohen emotionalen Gehalt dieser Rituale und die Möglichkeit der höheren Akzeptanz für Veränderung, die sie bergen.

 

Veränderung gehört zu unserem Leben, so, wie jeder Atemzug uns mit neuer Luft versorgt und uns einen Schritt weiter ins Leben trägt. Wenn wir ihr nicht entrinnen können, dann dürfen wir uns ihr ebenso gut mutig zuwenden: Chancen wahrnehmen, Potenziale entfalten und neugierig auf das Nächste sein.

 


Elke Schicke

Elke Schicke

Beraterin, Fürstenberg Institut


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