Palliativmedizin

Möglichkeiten der modernen Palliativversorgung

Neben der Berufstätigkeit ein erfülltes Familienleben zu führen, erfordert viel Organisation. Wird ein Familienmitglied darüber hinaus pflegebedürftig oder ist gar auf Palliativversorgung angewiesen, steigen die Herausforderungen. Eine Situation, die für einen Großteil der Arbeitnehmer mit Eltern in entsprechendem Alter nicht fremd ist. Um Familie, Beruf und Pflege so zu vereinbaren, dass niemand zu kurz kommt und für Entlastung zu sorgen, sollte sich rechtzeitig informiert werden.

Gerade im Bereich der sogenannten Palliativ-Versorgung hat sich in den letzten Jahren viel getan, insbesondere durch das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung von 2015 erhalten Familien, die ihre Liebsten daheim in den letzten Lebensabschnitt begleiten möchten, seither mehr Unterstützung.

Doch worum geht es in der Palliativversorgung überhaupt?

Oft wird dieser Begriff gleichgesetzt mit der medizinischen Versorgung im Sterbeprozess. In der palliativen Versorgung geht es jedoch viel mehr darum, unheilbare Kranke so gut wie möglich zu versorgen, auch über Monate oder gar Jahre hinweg. Es geht nicht mehr um Heilung, sondern um die Linderung ihrer Beschwerden und Schmerzen. Palliativversorgung kümmert sich dabei immer ganzheitlich um die Bedürfnisse des Patienten und seiner Angehörigen.

Doch worauf sollte man achten, wenn der Ehepartner, der Vater, die Mutter oder ein guter Freund von einer lebensverkürzenden Erkrankung betroffen ist? Gerade weil das Thema Tod nach wie vor zu den großen Tabus gehört, lautet der wichtigste Ratschlag: Reden! Welche Wünsche hat der Angehörige? Geht es um Lebensverlängerung um jeden Preis unter Einsatz aller medizinischer Möglichkeiten? Oder geht es vielmehr um maximale Lebensqualität bei vorrangiger Linderung von Symptomen? Möchte der Angehörige gern zuhause sterben? Oder möchte er sich lieber in einem Hospiz auf den letzten Lebensabschnitt begeben?

Sterben in einem Hospiz

In Hospizen gibt es grundsätzlich keine Patienten, nur Gäste oder Bewohner. Und es wird alles dafür getan, dass die Gäste in der letzten Phase ihres Lebens möglichst wenig leiden müssen. Das Ziel heißt nicht mehr Lebensquantität, sondern Lebensqualität. Das Herzstück des Betreuungsteams bilden Experten für palliative Medizin und Pflege, also Fachleute für die Versorgung Schwerstkranker, die nicht mehr geheilt werden können. Charakteristisch ist für diese Palliativversorgung das teamorientierte Denken, immer ausgerichtet an den Bedürfnissen der Gäste. Pflege, Sozialarbeit, Psychologie, Physiotherapie und Seelsorge arbeiten Hand in Hand, in aller Regel unterstützt von ehrenamtlichen Kräften. An erster Stelle steht bei allem immer der Wunsch des Gastes.

Bei einem Hospiz-Aufenthalt entstehen in der Regel keine Kosten für den Betroffenen oder die Angehörigen.

Sterben im Krankenhaus

Kann das Krankenhaus ein Ort sein, um würdevoll zu sterben? Die Antwort hängt immer vom Einzelfall ab. Nach wie vor gibt es Krankenhäuser, wo selbst todkranke Patienten in Mehrbettzimmern untergebracht werden und in denen Patienten und ihre Angehörigen nicht über die Alternative einer palliativen Weiterversorgung in der Häuslichkeit aufgeklärt werden.

Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, mittlerweile gibt es mehr als 230 Palliativstationen in deutschen Kliniken.

Auf Palliativstationen wird jeder Patient in einem Einzelzimmer mit wohnlicher Atmosphäre untergebracht. Viele Stationen bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten für selbstzahlende Angehörige an. Die Unterbringung für den Patienten übernimmt die Krankenkasse. Im Unterschied zu einem Hospiz ist die Anwesenheit jedoch begrenzt, durchschnittlich liegt sie bei zwei Wochen. Um den Patienten kümmert sich ein interdisziplinäres Team aus Schmerzmedizinern, Psychologen und Sozialarbeitern.

Sterben im Pflegeheim

„Jedem Bewohner eines Pflegeheims muss gewährt werden, dass in der letzten Phase seines Lebens jemand bei ihm ist und seine Hand hält.“ Dies fordert der prominente Pflegekritiker Claus Fussek seit vielen Jahren.

Angesichts des Personalnotstands im Pflegebereich kann diese Forderung jedoch oft genug nicht erfüllt werden.

Doch auch hier hat das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung die Lage verbessert. So wurde die Sterbebegleitung ausdrücklicher Bestandteil des Versorgungsauftrages der sozialen Pflegeversicherung. Kooperationsverträge der Pflegeheime mit Haus- und Fachärzten müssen seither verpflichtend abgeschlossen werden. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten verpflichtend.

Darüber hinaus können Pflegeheime ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine Versorgungsplanung zur individuellen und umfassenden medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Betreuung in der letzten Lebensphase anbieten. Dieses besondere Beratungsangebot wird ebenfalls von den Krankenkassen finanziert.

Dennoch sollte man sich bei der Suche nach einem geeigneten Pflegeheim unbedingt erkundigen, wie diese Angebote konkret ausgestaltet werden.

Sterben daheim

Auf den ersten Blick bietet eine Palliativstation eines Krankenhauses oder ein Hospiz Vorzüge: Ein erfahrener Schmerzmediziner ist sofort zur Stelle, die Angehörigen werden entlastet.

Dennoch haben viele Familien den Wunsch, dass ihr nächster Angehöriger zuhause, in seiner gewohnten Umgebung die letzten Tage oder Wochen seines Lebens verbringen darf. Unterschieden wird zwischen der Allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) und der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), die beide nach Hause kommen. Letztere kümmert sich um Patienten, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen. Hier arbeiten Palliativmediziner und Pflegekräfte mit Zusatzausbildung eng mit Kooperationspartnern, wie Sozialarbeitern, Psychologen, Seelsorgern, Physiotherapeuten und ambulanten Hospizdiensten, zusammen.

Weitere Informationen bietet Ihnen der Work-Life-Service des Fürstenberg Instituts.

 

 


Dorothee Lange

Dorothee Lange

Beraterin, Fürstenberg Institut


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