Beratungsfall

Praxisbeispiele Work-Life-Service

Ein Fall aus der Beratung ...

Tausende Ratsuchende kommen jährlich zu uns in die Beratung. Wir stellen Ihnen nachfolgend typische Beratungsfälle aus der Praxis vor. Die Fälle wurden mit dem Einverständnis der Betroffenen anonymisiert.

  • Freunde? Hat Elisabeth Arnold (55) schon lange nicht mehr. Ihre Ehe zerbrach vor vier Jahren, seitdem hat sie das Gefühl, dass ihr Leben nur noch aus Arbeit und der Pflege ihrer 90-jährigen Mutter besteht. Zu ihrem erwachsenen Sohn hat sie kaum Kontakt, er studiert im Ausland.

    Elisabeth Arnold fühlt sich einsam und ausgelaugt. Dabei hat sie ihre Arbeitszeit schon reduziert, um mehr Zeit für die pflegebedürftige Mutter zu haben. Diese erkrankte vor zehn Jahren an Darmkrebs. Sie hat einen künstlichen Darmausgang und starke Wassereinlagerungen im ganzen Körper. Kürzlich wurden zusätzliche Herzprobleme diagnostiziert. Zunehmend vergisst sie Dinge und erkennt Bekannte nicht mehr. Beinah hätte es in ihrer Küche neulich gebrannt, die alte Dame hatte die kochenden Kartoffeln vergessen. Dennoch möchte sie in ihrer eigenen Wohnung bleiben. Selbst ein Hausnotrufsystem lehnt sie ab.

    Das Klima zwischen den beiden Frauen verschlechtert sich zunehmend. Elisabeth Arnold nervt, dass die Mutter gar nicht mehr mithilft und sie sich um alles kümmern muss: Haushalt, Einkäufe, Bankgeschäfte. In ganz schlechten Phasen gibt sie der Mutter insgeheim die Schuld am Scheitern ihrer Ehe. Schließlich sucht sie Rat beim Fürstenberg Institut.

    Im Gespräch mit der Beraterin des Fürstenberg Instituts werden zunächst die Probleme analysiert. Deutlich wird, dass Elisabeth Arnold die Demenz-Symptome ihrer Mutter bislang – womöglich unbewusst, die Lage ist schließlich schon so schlimm genug – nicht erkennt. In dem Gespräch offenbart sich auch, dass die Wohnung der Mutter aus den 1950er Jahren über zwei Etagen und einem kleinen Bad in keiner Weise behindertengerecht ist.

    Die Beraterin macht Elisabeth Arnold deutlich, dass sie die Situation insgesamt ändern muss, um nicht selbst krank zu werden. Dabei geht es auch um eine klare Diagnostik der Demenz. Die Beraterin gibt Elisabeth Arnold die Adresse einer Klinik, die in von der Krankenkasse finanzierten Gedächtnissprechstunden die genaue Art der Demenz ermittelt – Voraussetzung für eine Therapie, die dafür sorgen kann, dass die Krankheit deutlich langsamer fortschreitet. Gemeinsam vereinbaren sie weitere Schritte.

    Die Beraterin erklärt Elisabeth Arnold, dass die Pflegekasse, aber auch die Kommune den barrierefreien Umbau der Wohnung unterstützt. Zudem erfährt Elisabeth Arnold, dass sie unbedingt beim MDK (Medizinischen Dienst der Krankenversicherung) eine neue Begutachtung beantragen soll, um einen höheren Pflegegrad zu erhalten. Damit wächst die Chance, dass der Pflegedienst sich künftig um die Mutter und um ihren Haushalt kümmern kann. Zudem weiß Elisabeth Arnold nun, dass sie Anspruch auf Verhinderungspflege hat. Sie kann also sehr wohl mal eine Urlaubsreise für sich buchen – und weiß dennoch die Mutter in guten Händen.

    Neben diesen Tipps zur allgemeinen Entlastung von Frau Arnold im Rahmen der Pflegesituation gibt die Beraterin ihr auch die Adresse einer Selbsthilfegruppe der Diakonie. Viele pflegende Angehörige sind in einer ähnlichen Situation; die Gespräche mit anderen Betroffenen helfen, die eigene Situation besser zu verstehen. Das Institut verfügt zudem über Kontaktadressen ehrenamtlicher Organisationen, die sich um Pflegebedürftige kümmern, etwa mit Ausflügen oder Gesellschaftsspielen.


     

  • Familie S. wohnt aus beruflichen Gründen in Berlin wobei die Mutter von Herrn S. in Bayern lebt. In den letzten Monaten ist aufgefallen, dass die regelmäßigen Anrufe weniger wurden. Als der Sohn zu Besuch kam, um nach dem Rechten zu schauen, wurde das ganze Ausmaß deutlich. Seine Mutter schien orientierungslos, die Wohnung war verwahrlost und roch unangenehm, das Essen schimmelte. Nachbarn berichteten davon, dass sie schon weinend vor der Wohnungstür stand, weil sie nicht mehr hineinkam.

    Frau S. sucht Rat beim Fürstenberg Institut. Um die Schwiegermutter gut versorgt zu wissen, erläutert die Beraterin die nächsten Schritte, die nötig sind, um ein Netzwerk aufzubauen. 

    Es wurde eine Betreuung von seitens Herrn S. beantragt, damit dieser unterschriftsberechtigt ist, um alle Maßnahmen in die Wege leiten zu können. Als nächstes wurde ein Pflegegrad beantragt, dieser ermöglicht den Einsatz verschiedener Pflege- und Betreuungsdienstleister. Somit können die Körperpflege und der Haushalt sichergestellt werden. Die Beraterin recherchiert nach Tagespflegen in der Umgebung. Dies ist eine zusätzliche Möglichkeit dem Alltag der Schwiegermutter die nötige Struktur zu geben. Familie S. fühlt sich durch das Netzwerk entlastet. Sie haben die Sicherheit durch die Hausbesuche des Pflegedienstes, dass täglich nach der Schwiegermutter geschaut wird und sie im Notfall benachrichtigt werden.

    Sollten sich der Gesundheitszustand der Schwiegermutter ändern und sich andere Bedarfe ergeben, kann sich die Familie jederzeit wieder an das Fürstenberg Institut wenden. Gemeinsam wird dann nach neuen Lösungsmöglichkeiten gesucht. Dieses Wissen wirkt erleichternd.  
     

  • Kinderbetreuung und Haushaltshilfe dringend gesucht

    Mutter, Vater und ein zehn Monate altes Baby. Die Eltern, Stefan und Lisa B,. arbeiten in demselben Unternehmen. Gerade noch in Elternzeit, wurde Lisa B. ganz plötzlich schwer krank und ins künstliche Koma versetzt. Eine absolute Ausnahmesituation für die junge Familie, die mit der Situation emotional und organisatorisch völlig überfordert war. Die Genesung von Lisa B. war noch ungewiss, aus diesem Grund suchte die Familie schnellstmöglich eine Kinderbetreuung sowie eine Haushaltshilfe für die tägliche Unterstützung. Mittelfristig musste dann noch ein wohnortnaher Kitaplatz her.

    Die Vorgesetzte von Stefan B. nahm in dieser Situation das Ruder in die Hand und kontaktierte das Fürstenberg Institut. Sie vermittelte zwischen Stefan B. und dem Institut.

    Sarah Gabriel, Beraterin im Fürstenberg Institut, begab sich umgehend auf die Suche. Sie kontaktierte die Krankenkasse von Lisa B., um die Möglichkeiten und Konditionen für die Übernahme einer Kinderbetreuung sowie einer Haushaltsunterstützung zu erfragen. Im Fall von Lisa B. übernimmt die Krankenkasse beim krankheitsbedingten Ausfall der Regelbetreuung die Kosten für eine Alternativbetreuung von bis zu acht Stunden am Tag sowie auch einer Hilfe im Haushalt. Frau Gabriel veranlasste die Übersendung der entsprechenden Krankenkassenanträge an die Familie, parallel kontaktierte sie die Kooperationspartner des Fürstenberg Instituts bzgl. einer passenden Kinderbetreuung sowie Haushaltshilfe. Das Ergebnis: Beides konnte umgehend von der Familie in Anspruch genommen werden. Frau Gabriel hielt die Vorgesetzte von Stefan B. stets über Ihre Schritte und Ergebnisse auf dem Laufenden, so dass die Familie in kürzester Zeit mit der nötigen Unterstützung versorgt werden konnte.

    Auch die Suche nach einem Kitaplatz war erfolgreich. In kürzester Zeit fand Frau Gabriel eine Kita in wohnortnähe der Familie, die noch Kapazitäten frei hatte und bereit war, das Kind sofort aufzunehmen – damit war die Übergangslösung mit dem Kooperationspartner des Instituts gar nicht mehr nötig. Stefan B. war sehr glücklich über die Unterstützung in der schwierigen Situation und auch seine Vorgesetzte – beiden wurde viel Arbeit abgenommen. 

  • Friedrich S. fühlt sich zunehmend überfordert mit der Erkrankung seiner Frau - Alzheimer-Demenz im Anfangsstadium - und findet für sich selbst keine Zeit mehr. 

    Friedrich und Margarete S. sind seit 34 Jahren verheiratet und sich als Paar stets gut ergänzt. Mit der Erkrankung von Frau Sommer hat sich die Paarbeziehung der beiden sehr verändert. Es hat sich eine sehr gespannte und konfliktreiche Atmosphäre entwickelt. Frau S. kann selbst Dinge, wie z. B. das Anstellen der Waschmaschine, nicht mehr alleine bewältigen, so dass die Haushaltsführung immer mehr von ihrem Mann übernommen werden muss.

    In einem ersten Gespräch im Fürstenberg Institut erläutert er der Beraterin die Pflegesituation. Es wird abgeklärt, welche Hilfen zur Entlastung von Herrn Sommer möglich wären. Da Frau Sommer noch keine Leistungen der Pflegeversicherung erhält, empfiehlt die Beraterin eine sofortige Beantragung bei der Pflegekasse und gibt dem Klienten Tipps, wie er und seine Frau sich auf die damit verbundene Begutachtung vorbereiten können.

    Weiterhin würde Herr S. seine Arbeitszeit gerne reduzieren. Die Beraterin gibt ihm einen Überblick über die möglichen Arbeitszeitmodelle nach dem Pflegezeitgesetz. Dann recherchiert sie für ihn die wohnortnahen Unterstützungsangebote (wie z. B. Tagespflege, Alltagsbetreuer, ehrenamtliche Besuchsdienste, Haushaltshilfe, ambulante Pflegedienste etc.) und macht ihn auch auf die Möglichkeit einer gemeinsamen Reha mit seiner Frau aufmerksam.

    Obwohl Margarete S. körperlich keine Einschränkungen hat, ist sie auf Hilfe und Begleitung im Alltag angewiesen. Hierdurch hat sie ein Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis, der ihr z. B. Steuererleichterungen oder eine Befreiung von den Funk- und Fernsehgebühren bringen würde. Hierzu muss Herr S. sich an das zuständige Versorgungsamt wenden.

    Als pflegender Angehöriger ist Friedrich S. gefährdet, selbst krank zu werden. Damit dies nicht passiert, muss er gut mit seinen Kräften haushalten. Die Beraterin weist ihn auf diesen Umstand hin, rät zu Entspannungsmethoden und den Besuch von Angehörigengruppen. Zudem erklärt sie ihm, dass es auf Angehörige von Demenzkranken spezialisierte Angebote in Kliniken gibt. Gemeinsam besprechen sie, was man bei einem solchen Antrag bei der Krankenkasse beachten sollte.

    Das Wissen um die Hintergründe und die physiologischen Vorgänge einer Demenzerkrankung ist sehr bedeutsam für die Pflege und Betreuung eines Menschen mit Demenz. Es hilft, viele seltsame Verhaltensweisen des Betroffenen zu verstehen und ermöglicht ein adäquates Reagieren darauf. In Ansätzen erläutert die Beraterin diese Hintergründe, nennt dem Klienten aber auch weitergehende Quellen.


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